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Dotation
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Dotation (von lateinisch dotatus ‚reichlich ausgestattet‘ oder dotalis „zur Mitgift gehörig“) bedeutet im Allgemeinen eine Ausstattung mit EinkĂŒnften und GĂŒtern, z. B. einer Stelle, einer Kasse, einer Stiftung, Anstalt, besonders einer kirchlichen Anstalt durch den GrĂŒnder, eines Feldherrn oder Staatsmannes zur Belohnung fĂŒr besondere Verdienste.

FĂŒr staatliche Zahlung an monarchische StaatsoberhĂ€upter wurden und werden die Begriffe Zivilliste, Krondotation, Dotation, Dispositionsfonds oder Allerhöchster Dispositionsfonds in gleicher Weise, teilweise auch nebeneinander, verwendet.

Contents

‱ Literatur
‱ Weblinks

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Dotationen in der neueren und neuesten Geschichte

In den Monarchien des 17., 18. und 19. Jahrhunderts war es nicht unĂŒblich, StaatsmĂ€nner oder Feldherren fĂŒr besondere Verdienste mit Dotationen aus Barmitteln oder Landbesitz zu belohnen. Mit umfangreichen Land- und Gelddotationen zeichnete z. B. der französische Kaiser Napoleon I. seine MarschĂ€lle, der preußische König und spĂ€tere Kaiser Wilhelm I. nach dem Krieg 1866 und nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/1871 Bismarck und die militĂ€rische Elite aus.cite-ref-meyer-1-0[1]cite-ref-brockhaus-2-0[2]cite-ref-uebersch-r-3-0[3]

Die im Zuge der Preußischen Reformen eingefĂŒhrte kommunale Selbstverwaltung und die damit verbundenen Aufgabenverpflichtungen erforderten eine angemessene finanzielle Ausstattung der jeweiligen Körperschaften. Neben anderen Mitteln gehörten dazu auch die nicht an einen bestimmten Zweck gebundenen Dotationen des Staates an Gemeinden, Kommunal- und ProvinzialverbĂ€nde. In Preußen wurde dies unter anderem im „Gesetz vom 30. April 1873, betreffend die Dotation der Kreis- und ProvinzialverbĂ€nde“, und im dazu erlassenen AusfĂŒhrungsgesetz vom 8. Juli 1875 (Dotationsgesetz) geregelt. In deren Sinn an die KommunalverbĂ€nde ĂŒberwiesene Steuern wurden auch als Dotationssteuern bezeichnet.cite-ref-meyer-1-1[1]cite-ref-brockhaus-2-1[2]

Im Zivilrecht des 19. Jahrhunderts wurde der Ausdruck Dotation auch fĂŒr die finanzielle Ausstattung einer sich verheiratenden Frauensperson oder fĂŒr eine EntschĂ€digung fĂŒr den Verlust der Geschlechtsehre, welche eine außerehelich GeschwĂ€ngerte von dem SchwĂ€ngerer zu empfangen hat, benutzt. Im Kirchenrecht wurde und wird die finanzielle Ausstattung von Stiftungen und Einrichtungen ebenfalls Dotation genannt.cite-ref-meyer-1-2[1]cite-ref-brockhaus-2-2[2]

In der Weimarer Republik verwendete ReichsprĂ€sident Paul von Hindenburg BetrĂ€ge aus dem Haushaltstitel „VerfĂŒgungsmittel des ReichsprĂ€sidenten“ gelegentlich fĂŒr Dotationen. Ein Konkordat von 1924 besagt, dass der Staat die bischöflichen StĂŒhle nach der SĂ€kularisation mit einer Dotation ausstattet.cite-ref-4[4]

Im Dritten Reich weitete Hitler sowohl die eingesetzten Mittel als auch den EmpfĂ€ngerkreis erheblich aus, um treue Gefolgsleute, aber auch Angehörige der militĂ€rischen Elite stĂ€rker an sich zu binden. Der Gesamtumfang der von Hitler ohne erkennbare Systematik gewĂ€hrten Dotationen ist nicht mehr zu ermitteln. Jedoch betrugen die Dotationen wenigstens ca. 18 Millionen Reichsmark in bar, der Wert des ĂŒberlassenen Grundbesitzes betrug zumindest 6,5 Millionen Reichsmark, und die nicht im Grundbesitzwert erfassten, als Dotationen ĂŒberlassenen FlĂ€chen ca. 11.330.000 Quadratmeter. Zudem erhielten im April 1945 noch 99 von 115 Personen monatliche Sonderzahlungen in einer Gesamthöhe von 311.450 Reichsmark.cite-ref-uebersch-r-3-1[3]

In der Bundesrepublik Deutschland hat der BundesprĂ€sident die Möglichkeit, persönliche HĂ€rtefĂ€lle durch besondere Bewilligungen zu mildern. Dazu weist der Bundeshaushalt fĂŒr das Jahr 2009 insgesamt 98.000 Euro aus.cite-ref-5[5] Die Höhe der in den anderen öffentlichen Haushalten fĂŒr solche Zwecke ausgewiesenen VerfĂŒgungsmittel ist Ă€hnlich bescheiden.

Ansonsten wird in der Bundesrepublik der Begriff der Dotation nur noch im Zusammenhang mit der finanziellen Ausstattung von Kreditinstituten sowie Zuwendungen an Kirchen oder Stiftungen verwandt.cite-ref-6[6]cite-ref-7[7]cite-ref-8[8]

Beispiele fĂŒr Dotationen

Dotationen durch Napoleon

Zur Schaffung einer stabilen, ihm ergebenen Elite schuf Napoleon nach seiner Krönung zum Kaiser der Franzosen im Jahr 1804 zusĂ€tzlich zu den AdelsprĂ€dikaten des Ancien RĂ©gime die AdelsprĂ€dikate des Kaiserreichs (Noblesse d’Empire): 1804 zunĂ€chst den Titel der kaiserlichen Prinzen, 1806 den Titel des Herzogs und 1808 die Titel der Grafen, Barone und Ritter (Chevalier). Im Dekret vom 1. MĂ€rz 1808 „Adel des Kaiserreichs“ (Noblesse d’Empire) wurden die bisherigen Verfahren zusammengefasst, die fĂŒr den jeweiligen Rang erforderlichen finanziellen Mittel festgelegt und die Erbfolge spezifiziert. So waren an nachhaltige jĂ€hrliche EinkĂŒnfte und die Einrichtung eines Majorats gebunden: der Titel Herzog (200.000 Francs), der Titel Graf (30.000 Francs), der Titel Baron (15.000 Francs). FĂŒr den Titel Chevalier waren nur EinkĂŒnfte von 3.000 Francs erforderlich.cite-ref-9[9]cite-ref-10[10]cite-ref-11[11]cite-ref-12[12]

Da seine hervorragendsten Gefolgsleute – nĂ€mlich seine Mutter, Geschwister, sonstige Verwandtschaft und die MarschĂ€lle – von Haus aus nicht ĂŒber große Vermögen verfĂŒgten, stattete er sie großzĂŒgig mit EinkĂŒnften aus Herrschaftsgebieten und LĂ€ndereien in eroberten und abhĂ€ngigen Gebieten aus. Dies ermöglichte ihnen die standesgemĂ€ĂŸe Wahrnehmung ihrer ReprĂ€sentationspflichten am kaiserlichen Hof.

Seinen Bruder Joseph Bonaparte ließ er zunĂ€chst zum König von Neapel, spĂ€ter zum König von Spanien, seinen Bruder Louis Bonaparte zum König von Holland und seinen Bruder Jerome Bonaparte zum König von Westphalen krönen. Napoleons Schwager, der Marschall Joachim Murat, folgte Josef Bonaparte als König von Neapel. Die jeweilige königliche Zivilliste enthob sie aller Geldsorgen. Lediglich seinen Bruder Lucien Bonaparte hat Napoleon nicht in den Königstand erhoben.cite-ref-k-nzel-13-0[13]cite-ref-14[14]cite-ref-15[15]

Insgesamt 36 Personen erhob Napoleon zu Herzögen, z. B. den Marschall Louis-Nicolas Davout zum Prinzen von EckmĂŒhl und Herzog von AuerstĂ€dt; den Marschall Jean Lannes zum Prinzen von Sievers und Herzog von Montebello; den Marschall Louis Alexandre Berthier zum Prinzen von Neufchatel und FĂŒrst von Wagram.cite-ref-k-nzel-13-1[13]

27 MarschÀlle und Generale bedachte er allein mit dem am 30. Juni 1807 in Tilsit erlassenen Dekret mit Dotationen in Form von Landbesitz in Polen im Gesamtwert von 26,5 Millionen Francs.cite-ref-16[16]

Ein geheimer Artikel im Ersten Pariser Frieden von 1814 hob die in LĂ€ndern außerhalb Frankreichs gelegenen Dotationen und alle darauf beruhenden AnsprĂŒche mit einem Schlage auf.cite-ref-brockhaus-2-3[2]cite-ref-17[17]

Im Jahr 1809 waren an Stelle der ursprĂŒnglich vorgesehenen 6.500 bereits 30.000 Personen mit dem Kreuz der Ehrenlegion ausgezeichnet worden. Daher plante Napoleon einen exklusiveren Orden mit einer deutlich begrenzten Mitgliederzahl, den Kaiserlichen Orden von den drei goldenen Vliesen (Ordre impĂ©rial des trois toisons d’or). Die Bezeichnung ging auf die Orden vom Goldenen Vlies im frĂŒheren Herzogtum Burgund, im Königreich Spanien und im Kaiserreich Österreich zurĂŒck. Dem Orden sollten angehören: der Kaiser als Großmeister, 100 Großritter (Prinzen, hohe WĂŒrdentrĂ€ger, MarschĂ€lle, Oberbefehlshaber sowie die Nachkommen von MarschĂ€llen), 400 Kommandeure und 1.000 Ritter. Die lebenslange Jahrespension der Kommandeure sollte 4.000 Francs, die der Ritter 1.000 Francs betragen. Die Kosten sollten aus EinkĂŒnften der Quecksilberminen in Istrien und Herrschaften in Italien getragen werden. Um Irritationen mit den mittlerweile mit Frankreich verbĂŒndeten Monarchien in Spanien und Österreich zu vermeiden, gab Napoleon dieses Projekt im Jahr 1810 auf.cite-ref-18[18]

Zum Vergleich betrug der Tageslohn eines Arbeiters in Paris zwei Francs, außerhalb von Paris einen Francs; 500 g Brot kosteten 10 Centimes, 500 g Fleisch 30 Centimes, ein Pferd 300 Francs.cite-ref-k-nzel-13-2[13]

Dotationen nach den Kriegen von 1866 und 1870–1871

Nach dem Krieg von 1866 wurde durch den preußischen Landtag der Betrag von 1,5 Millionen Talern als Dotation fĂŒr Bismarck sowie die Generale von Roon (Kriegsminister), Freiherr von Moltke (Chef des Generalstabs), Karl Eberhard Herwarth von Bittenfeld, Karl Friedrich von Steinmetz und Eduard Vogel von Falckenstein zur VerfĂŒgung gestellt. Die Verteilung wurde dem König anheimgestellt.cite-ref-19[19]

Nach dem Krieg von 1870/1871 wurde Bismarck der Sachsenwald ostwÀrts von Hamburg als Dotation zugewiesen.cite-ref-20[20]

Der Reichstag beschloss auf Vorschlag der Reichsregierung zudem eine National-Dotation in Höhe von 4 Millionen Talern zur Auszeichnung der höchstrangigen militĂ€rischen FĂŒhrer. Durch Kaiser Wilhelm I. wurden damit bedacht: Generalfeldmarschall Prinz Friedrich Karl Nikolaus von Preußen, Generalfeldmarschall Graf Moltke, Kriegsminister General der Infanterie Graf Roon und General der Kavallerie Frhr. Edwin von Manteuffel je 300.000 Taler; General der Infanterie August Karl von Goeben, General der Infanterie von Werder und Staatsminister DelbrĂŒck je 200.000 Taler; General der Infanterie Konstantin Bernhard von Voigts-Rhetz, General der Infanterie Eduard von Fransecky, Generalleutnant Constantin von Alvensleben und Generalleutnant Leonhard von Blumenthal je 150.000 Taler; General der Kavallerie Prinz August von WĂŒrttemberg, General der Infanterie Gustav von Alvensleben, General der Infanterie Heinrich Adolf von Zastrow, General der Infanterie Gustav von Manstein, General der Infanterie Hugo von Kirchbach, Generalleutnant Julius von Bose, Generalleutnant Wolf Louis Anton Ferdinand von StĂŒlpnagel, Generalleutnant Theophil von Podbielski, Generalleutnant Georg von Kameke, Generalleutnant Albrecht von Stosch, Generalleutnant Hugo von Obernitz, Königlich sĂ€chsischer Generalleutnant Alfred von Fabrice und Königlich wĂŒrttembergischer Generalleutnant Albert von Suckow je 100.000 Taler. Dem König von Bayern wurden zur Verteilung nach eigener Bestimmung 300.000 Taler ĂŒberwiesen.cite-ref-21[21]cite-ref-22[22]

Um die Höhe der Dotationen einzuordnen, muss man berĂŒcksichtigen, dass 1 Taler (1871) umgerechnet 3 Mark entsprach,cite-ref-k-nzel-13-3[13] dessen Kaufkraft 2008 mit etwa 6,40 Euro anzusetzen ist. Zum weiteren Vergleich seien damals ĂŒbliche Jahreseinkommen genannt: Handlungsgehilfe 1.256 Mark;cite-ref-23[23] Vogt eines Gutes 240 Mark; SchĂ€fer 200 Mark; Vorknecht 180 Mark zuzĂŒglich Kost; Wirtschafterin 360 Mark; StubenmĂ€dchen 90–120 Mark; KĂŒchenmĂ€dchen 150 Mark.cite-ref-24[24]

Deutsches Reich 1871–1918

Preußischer König und Deutscher Kaiser

Im Königreich Preußen wurde erstmals am 17. Januar 1820 vom Landtag eine Krondotation in Höhe von 2.500.000 Talern (7.719.296 Mark) bewilligt. Nach vier Erhöhungen (1859, 1886, 1889cite-ref-25[25], 1910cite-ref-26[26]) betrug sie 19,2 Mio. Mark jĂ€hrlich. Aus der Krondotation wurden auch die Apanagen von Familienmitgliedern des Hauses Hohenzollern bezahlt. Das umfangreiche militĂ€rische Gefolge des kaiserlichen Hofes wurde bis auf 50.000 Mark, das Zivil-, MilitĂ€r- und Marinekabinett wurde vollstĂ€ndig aus dem Reichshaushalt bezahlt.

Seit 1874 bewilligte der Reichstag dem deutschen Kaiser zusĂ€tzlich einen „Allerhöchsten Dispositionsfonds“. Mit dieser Bezeichnung wurden die Begriffe „Krondotation“ bzw. „Zivilliste“ vermieden. Der Umfang des Fonds betrug zunĂ€chst 300.000 Mark und stieg fĂŒr die Jahre 1889–1918 auf 3 Millionen Mark jĂ€hrlich.

Über die Verwendung der Krondotation und des Allerhöchsten Dispositionsfonds musste gegenĂŒber dem Preußischen Landtag bzw. dem Reichstag keine Rechenschaft abgelegt werden. Kaiser Wilhelm II. konnte so ĂŒber etliche Jahre hinweg jeweils bis zu 1 Million Mark staatlicher Mittel seinem Privatvermögen zufĂŒhren.cite-ref-27[27]

Weitere EinkĂŒnfte erzielten die Hohenzollern aus dem durch Friedrich Wilhelm I. begrĂŒndeten Hausfideikommiss und dem durch Friedrich Wilhelm III. gegrĂŒndeten Krontresor. Dieser wurde 1815 und 1871 durch französische Kriegskontributionen sowie 1873 durch eine Staatsdotation in Höhe von 4,5 Millionen Mark aufgestockt.

Um 1910 betrugen die JahreseinkĂŒnfte Wilhelm II. aus Krondotation und Allerhöchstem Dispositionsfonds 22 Millionen Mark. Daraus bezogen er und die Kaiserin als persönliches Einkommen jĂ€hrlich Schatullgelder in Höhe von 2 Millionen Mark. Weitere 3,13 Millionen Mark wurden als Apanagen an Mitglieder der Familie gezahlt.cite-ref-28[28] Dazu kamen EinkĂŒnfte aus dem Privatvermögen (ca. 140 Millionen mit ZinseinkĂŒnften in Höhe von 900.000 Mark) und dem Hausfideikommiss. Der Bodenwert der darin enthaltenen GĂŒter betrug 1914 ca. 13 Millionen Mark. SĂ€mtliche EinkĂŒnfte waren steuerfrei.cite-ref-29[29]cite-ref-30[30]cite-ref-31[31]

Königreiche Bayern, Sachsen, WĂŒrttemberg

Die Zivilliste des Königs von Bayern betrug 5,4 Millionen, die des Königs von Sachsen 4,2 Millionen, die des Königs von WĂŒrttemberg 1,2 Millionen Mark.cite-ref-32[32]cite-ref-33[33]

Dotationen in anderen Monarchien zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Wie im Deutschen Kaiserreich wurde auch im ĂŒbrigen Kontinentaleuropa in der Regel nicht streng zwischen privaten und amtsbedingten Ausgaben der Monarchen unterschieden. So war es durchaus möglich, das private Vermögen des Monarchen durch Mittel der staatlichen Dotation zu erhöhen. Um Diskussionen in der Bevölkerung entgegenzuwirken, wurden Informationen ĂŒber die Höhe der Dotationen teilweise durch Zensur unterbunden.cite-ref-34[34]

Anfang des 20. Jahrhunderts betrug die Dotation (in Mark) an den jeweiligen Monarchen in Österreich-Ungarn 19,2 Mio., Italien 12,8 Mio., England 11,6 Mio., Spanien 7,1 Mio., DĂ€nemark 1,2 Mio. mit Einschluss von Apanagen, Norwegen 0,5 Mio. mit Einschluss von Apanagen, Schweden 1,8 Mio., Belgien 4,3 Mio., Niederlande 1,5 Mio., Portugal 1,8 Mio., Griechenland 900.000, Serbien 960.000, Montenegro 200.000, Luxemburg 160.000, Japan 6 Mio. (alle Angaben in Mark). Die Kosten der Hofhaltung des Kaisers von Russland betrugen 34,2 Mio. Sie wurden aus dem Privatvermögen des Kaisers bestritten. Dessen Höhe ist nicht bekannt.cite-ref-35[35]cite-ref-36[36]

Dotationen in der Zeit des Nationalsozialismus

In der Zeit des Nationalsozialismus erhielt 1933 zunĂ€chst der ReichsprĂ€sident Paul von Hindenburg eine Dotation der Reichsregierung und der Preußischen Regierung in Höhe von insgesamt 1.000.000 Reichsmark (1927 hatte Hindenburg eine „Hindenburg-Spende des deutschen Volkes“ in gleicher Höhe erhalten). 1934 erhielt der Generalfeldmarschall des Kaiserreiches August von Mackensen 350.000 Reichsmark in bar und 10 Quadratkilometer Grundbesitz. In den folgenden Jahren verteilte Hitler Dotationen an Gefolgsleute, GenerĂ€le und andere EmpfĂ€nger. Sie wurden geheim gehalten, die EmpfĂ€nger zur Verschwiegenheit verpflichtet. Große Dotationen erhielten z. B.cite-ref-uebersch-r-3-2[3]

‱ Reichsmarschall, Reichsluftfahrtminister, Beauftragter fĂŒr den Vierjahresplan, ReichsjĂ€germeister usw. Hermann Göring (6.000.000 Reichsmark in bar)
‱ die Nachkommen des preußischen Generalobersten Erich Ludendorff (Grundbesitz im Wert von 1.612.400 Reichsmark)
‱ Generalfeldmarschall Keitel (Agrarland und Bargeld im Wert von 1.014.331 Reichsmark)
‱ Generaloberst Heinz Guderian (ein Gut, den Deipenhof bei Kruschwitz) im Warthegau (Grundbesitz im Wert von 1.240.000 Reichsmark)
‱ Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop (1.000.000 Reichsmark in bar)
‱ der Leiter der Deutschen Arbeitsfront Robert Ley (1.000.000 Reichsmark in bar)
‱ Generalfeldmarschall Ritter von Leeb (Bargeld und Grundbesitz im Wert von insgesamt 880.000 Reichsmark)
‱ der Bildhauer Arno Breker (800.000 Reichsmark in bar)
‱ Generalfeldmarschall GĂŒnther von Kluge (250.000 Reichsmark in bar)
‱ 1944 erhielten die Nachkommen von Generalfeldmarschall Walther von Reichenau eine Dotation an Grundbesitz im Wert von 1,01 Millionen Reichsmark.cite-ref-37[37]

Dotationen in der DDR

In der DDR gab es 142 staatliche und mehr als 10.000 gesellschaftliche Auszeichnungen. Diese Orden, Preise, Medaillen und Ehrentitel waren oftmals mit einmaligen finanziellen PrĂ€mien oder einem jĂ€hrlichen Ehrengeld ausgestattet. JĂ€hrlich gab die DDR etwa 40 Millionen Mark fĂŒr Orden, Medaillen, Preise, Banner und Urkunden und die damit verbundenen GeldprĂ€mien aus.cite-ref-38[38]cite-ref-39[39]

Orden (Angaben in Mark der DDR)

‱ Karl-Marx-Orden: 20.000
‱ VaterlĂ€ndischer Verdienstorden fĂŒr Einzelpersonen (Bronze: 2.500, Silber: 5.000, Gold: 10.000) und fĂŒr Kollektive bis zu 10 Mitgliedern (pro Person Bronze: 250, Silber: 500, Gold: 1.000); EmpfĂ€nger bis 1973 erhielten einen jĂ€hrlichen Ehrensold an Stelle der PrĂ€mie (Bronze: 250, Silber: 500, Gold: 1.000)
‱ Stern der Völkerfreundschaft (I. Klasse, II. Klasse, III. Klasse; PrĂ€mie nicht bekannt)
‱ Orden Banner der Arbeit fĂŒr Einzelpersonen (Stufe III: 2.000, Stufe II: 3.500, Stufe I: 5.000) und Kollektive bis zu 20 Mitgliedern (pro Person Stufe III: 500, Stufe II: 750, Stufe I: 1.000)
‱ Scharnhorst-Orden fĂŒr Einzelpersonen: 5.000
‱ Kampforden „FĂŒr Verdienste um Volk und Vaterland“ (Bronze, Silber, Gold; Höhe der Zuwendungen nicht publiziert)
‱ MilitĂ€rischer Verdienstorden der DDR (Bronze, Silber, Gold; nur an Angehörige anderer Staaten)
‱ BlĂŒcher-Orden wurde fĂŒr einen bewaffneten Konflikt vorgehalten.

Ehrentitel (Angaben in Mark der DDR)

‱ Held der DDR (seit 1978 mit gleichzeitiger Verleihung des Karl-Marx-Ordens verbunden; Dotation fĂŒr beide Auszeichnungen zusammen 25.000)
‱ Held der Arbeit: bis 10.000
‱ Fliegerkosmonaut der Deutschen Demokratischen Republik (wurde zusammen mit dem Ehrentitel »Held der DDR« verliehen)
‱ Verdienter Angehöriger der Grenztruppen der DDR: 5.000
‱ Verdienter Angehöriger der Zivilverteidigung der DDR: 5.000
‱ Verdienter Volkspolizist der DDR: bis zu 5.000
‱ Verdienter Mitarbeiter der Zollverwaltung der DDR: 5.000
‱ Verdienter Volkskontrolleur der DDR: 5.000
‱ Verdienter Mitarbeiter des Finanzwesens der DDR: 5.000
‱ Verdienter Erfinder: fĂŒr Einzelpersonen: 4.000, fĂŒr Kollektive: 15.000

Preise und Medaillen
Dotationen in heutigen europÀischen Monarchien

In Großbritannien wurde seit Mitte des 19. Jahrhunderts die Trennung zwischen amtsbedingten und privaten Ausgaben des Monarchen bzw. der Monarchin immer konsequenter geregelt. Die heute gelten Bestimmungen sind in umfangreichen und detaillierten gesetzlichen Regelungen festgelegt. Die Sovereign Grant betrug fĂŒr das Rechnungsjahr 2015–2016 insgesamt 53,7 Mio. GBP.cite-ref-40[40]cite-ref-41[41]

In Belgien (Grundbetrag der Zivilliste 11,5 Mio. €/Jahr)cite-ref-42[42], DĂ€nemark (Budget Königin: 6,7 Mio. DKR/Monat)cite-ref-43[43], Luxemburg (Budget Großherzogliches Haus: 10 Mio. €/Jahr)cite-ref-44[44], Niederlande (KönigsĂ©tat: 40 Mio. € im Jahr 2015; davon Einkommen König, Königin, Prinzessin Beatrix: 1,6 Mio. €)cite-ref-45[45], Norwegencite-ref-46[46], Schweden (Budget der Hofadministration: 65 Mio. SEK/Jahr)cite-ref-47[47], und Spanien (7,8 Mio. €/Jahr)cite-ref-48[48], gelten hinsichtlich der Transparenz vergleichbare, hinsichtlich der zu bestreitenden Ausgaben jedoch sehr unterschiedliche Regelungen. Die Dotationen dĂŒrfen deshalb nicht mit dem persönlichen Einkommen gleichgesetzt werden.

Das FĂŒrstenhaus Liechtenstein erhĂ€lt keine staatlichen Zuwendungen, sondern finanziert sich aus eigenen Mitteln.cite-ref-49[49] Im Landeshaushalt sind deshalb keine Mittel fĂŒr das FĂŒrstenhaus ausgewiesen.cite-ref-50[50]

Dotationen in der Bundesrepublik

siehe Artikel Staatsleistung

Dotationen fĂŒr staatliche Auszeichnungen

Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ist nicht mit einer finanziellen Zuwendung verbunden. Bis zum Tod der letzten lebenden Veteranen und der anschließenden Novellierung des Gesetzes ĂŒber Titel, Orden und Ehrenzeichen erhielten die TrĂ€ger der höchsten deutschen und österreichischen Auszeichnungen des Ersten Weltkriegs, u. a. die Ritter des SĂ€chsischen MilitĂ€r-Sankt-Heinrichsordens und des WĂŒrttembergischen MilitĂ€r-Verdienst-Ordens einen monatlichen Ehrensold in Höhe von 50 DM.cite-ref-51[51]

Dotationen an Religionsgemeinschaften

Dotationen an christliche Religionsgemeinschaften

Als fortdauernde Folge fĂŒr die Enteignungen im Rahmen des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 erhalten die Evangelischen Kirchen sowie die katholische Kirche Dotationen von insgesamt 459 Mio. Euro jĂ€hrlich.cite-ref-52[52] Als Gegenleistung stellen die Kirchen die LĂ€nder von allen Verpflichtungen zu Geld und Sachleistungen an die Kirchengemeinden, die Pfarr- und KĂŒsterstellen, insbesondere von denen zur baulichen Unterhaltung von GebĂ€uden frei. Die Höhe der Dotationen und weitere Einzelheiten sind in StaatsvertrĂ€gen geregelt.

Von einer Ablösung dieser Dotationen durch eine Einmalzahlung haben Bund und LÀnder bisher abgesehen.

StaatsvertrÀge zwischen der Bundesrepublik Deutschland bzw. den BundeslÀndern und christlichen Religionsgemeinschaften

StaatsvertrÀge bestehen zwischen dem Bund bzw. den BundeslÀndern und den evangelischen Landeskirchencite-ref-53[53] sowie der katholischen Kirche.cite-ref-54[54]

StaatsvertrĂ€ge zwischen der Bundesrepublik Deutschland bzw. den BundeslĂ€ndern und den jĂŒdischen Gemeinschaften

StaatsvertrĂ€ge bestehen zwischen dem Bund bzw. den BundeslĂ€ndern und den jĂŒdischen Gemeinschaften.cite-ref-55[55]

UnterstĂŒtzung von Projekten der Islamkonferenz

Islamische Religionsgemeinschaften haben bisher keinen Antrag zur Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts gestellt.cite-ref-56[56] Zur Förderung des interreligiösen Dialogs werden jedoch Projekte der Islamkonferenz sowohl durch den Bund als auch die LĂ€nder finanziell unterstĂŒtzt.cite-ref-57[57]

Literatur

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‱ Gerd R. UeberschĂ€r, Winfried Vogel: Dienen und Verdienen. Hitlers Geschenke an seine Eliten. S. Fischer, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-10-086002-0.
‱ Ulrich KĂŒnzel: Die Finanzen großer MĂ€nner (= Ullstein Nr. 34238 Ullstein-Sachbuch). Ullstein, Frankfurt am Main u. a. 1984, ISBN 3-548-34238-8.
‱ Kurt Heinig: Hohenzollern. Wilhelm II. und sein Haus. Der Kampf um den Kronbesitz. Berlin 1921
‱ Rudolf Martin: Jahrbuch des Vermögens und der EinkĂŒnfte der MillionĂ€re in Berlin. Berlin 1913
‱ John C. G. Röhl: Kaiser, Hof und Staat – Wilhelm II. und die deutsche Politik. Nördlingen 2007, ISBN 978-3-406-49405-5
‱ Eva Maria Gajek: Sichtbarmachung von Reichtum. Das Jahrbuch des Vermögens und des Einkommens der MillionĂ€re in Preußen, in: Archiv fĂŒr Sozialgeschichte, 54. Bd.: Dimensionen sozialer Ungleichheit. Neue Perspektiven aus West- und Mitteleuropa im 19. und 20. Jahrhundert, Bonn 2014, ISBN 978-3-8012-4225-1
‱ Manfred Rasch: Adelige Unternehmer am Ende der Wilhelminischen Epoche. In: Kocka, JĂŒrgen u. a. (Hrsg.): Wirtschaft im Zeitalter der Extreme. BeitrĂ€ge zur Unternehmensgeschichte Österreichs und Deutschlands. Im Gedenken an Gerald D. Feldmann. Schriftenreihe zur Zeitschrift fĂŒr Unternehmensgeschichte, Bd. 20, MĂŒnchen 2010, ISBN 978-3-406-60156-9

Weblinks

Wiktionary: Dotation

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

‱ Portal der UniversitĂ€t Kiel (Lehrstuhl fĂŒr Neuere und Neueste Geschichte)
‱ Dotation auf lexexakt.de
‱ Die DDR im WWW

Einzelnachweise

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cite-note-5656. ↑ Warum werden islamische Religionsgemeinschaften nicht „anerkannt“? Islam iQ, abgerufen am 19. April 2017.
cite-note-5757. ↑ Antwort der Bundesregierung auf die kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke, Wolfgang Gehrcke, Jan van Aken, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE. – Drucksache 18/7123 –. Deutscher Bundestag, abgerufen am 19. April 2017.